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Handlungsfeld 3

Blue4est® macht Wellen

Die blaue Innovation hat den Markt für Thermopapiere revolutioniert, doch über seine Wiederverwertung sind unterschiedliche Aussagen im Umlauf. Zusammen mit der SCHOELLERSHAMMER GmbH haben wir einen groß angelegten Praxisversuch unternommen, um die Recyclingfähigkeit zu bestätigen.

Lichtbeständig sollte es sein, frei von chemischen Entwicklern und im Altpapier recycelbar – mit diesen Voraussetzungen machten wir uns 2010 auf den Weg, das Thermopapier neu zu erfinden. 2018 kam Blue4est® auf den Markt: Auf ein Basispapier aus zertifiziertem Zellstoff tragen wir eine schwarze Farbschicht auf, darüber kommt die undurchsichtige Funktionsschicht. Der Thermodrucker an der Supermarktkasse macht die Funktionsschicht selektiv transparent, die darunterliegende schwarze Schicht wird sichtbar. So entsteht das Schriftbild. Blue4est® kommt völlig ohne chemische Farbenwickler aus, wie sie für herkömmliche Thermopapiere nötig sind. Es kann deshalb nach Gebrauch als wertvoller Sekundärrohstoff ins Altpapier, um die Zellstofffasern erneut zu verwenden. Der Handel nimmt die nachhaltige Alternative begeistert an. In immer mehr Supermärkten und Drogerien kommen in den vergangenen Jahren blaue Bons aus den Kassendruckern statt weiße. Weißes Thermopapier gehört laut Umweltbundesamt in den Restmüll, weil es Entwicklerchemikalien enthält, die den Recyclingprozess stören. Vereinzelten Medienberichten zufolge gelte dies auch für Blue4est® Kassenbons. Das verunsichert Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir haben die Wiederverwertbarkeit erneut überprüft, um Klarheit zu schaffen.

Mehr als 16 Mio. t Altpapier wurden in Deutschland 2024 eingesetzt.

Stabil durch Struktur

Papier gehört zu den Materialien, die sehr gut wiederverwertet werden können. Das Potenzial wird genutzt: Die Recyclingrate in Europa liegt bei 79 Prozent, in Deutschland sogar noch höher. Fast 13 Millionen Tonnen Altpapier haben Menschen in Deutschland 2023 eingesammelt. Dazu gehören Tageszeitungen und Magazine ebenso wie Bücher und Pappkartons. Mehr als eine halbe Million Tonnen davon landete auf dem Betriebshof der SCHOELLERSHAMMER GmbH in Düren. Seit mehr als 240 Jahren stellt das Unternehmen Papier her, seit zehn Jahren ist es auf Papiere spezialisiert, die zu Wellpappe weiterverarbeitet werden: Zwei Lagen Testliner als Innenund Außenschicht umgeben eine gewellte Papierschicht. Die Rundbögen der Welle sind ähnlich wie bei Brücken oder Kathedralen und dadurch besonders tragfähig. Gleichzeitig bildet die Leichtbaukonstruktion aus Papier viel Hohlvolumen, das wie ein Luftkissen wirkt. Wellpappe federt Stöße und Stürze bei der Lagerung und beim Transport ab. So kommen nicht nur Schuhe und Pullover unversehrt ans Ziel, sondern auch empfindliche Waren wie Weinflaschen und Computer. Viele Unternehmen nutzen ihre Versandkartons als Werbefläche, deshalb kommt es beim Testliner auf eine glatte Oberfläche an, auf der Druckfarben besonders gut zur Geltung kommen. Anders bei der Zwischenlage, die der Pappe ihren Namen gibt: „Wellenpapier muss in erster Linie fest sein“, stellt Christoph Nahrath fest, der Betriebsleiter der SCHOELLERSHAMMER GmbH . Entsprechend wählt er die Altpapiersorten für den Wellenstoff aus, denn das Unternehmen verarbeitet ausschließlich Recyclingware.

Funktionsprinzip

Blue4est® Thermopapier

Probieren, studieren, recyceln

Christian Huber, Leiter Technischer Kundenservice Neuentwicklungen bei Koehler Paper, erklärt: „Angenommen das gesamte Thermopapier im deutschen Altpapier wäre Blue4est®, könnte es maximal 0,7 Prozent der Gesamtmenge ausmachen.“ Zusammen mit Christoph Nahrath plante er den Versuch, das umweltfreundliche Thermopapier in der Wellenstoff­produktion der SCHOELLERSHAMMER GmbH einzusetzen. Die Experten einigten sich darauf, der Altpapiermischung zwei Prozent Blue4est® zuzugeben – also fast dreimal so viel wie theoretisch möglich, um das Ergebnis eindeutig zu machen.

Der Prozess ist identisch mit der Herstellung anderer Papiere: Die Fasern werden in Wasser gelöst, auf einem Sieb entwässert, gepresst, getrocknet und zu Rollen weiterverarbeitet. Zwei Tage lang liefen in Düren pro Stunde 40 Tonnen Wellenstoff mit Blue4est®-Zusatz von der Papiermaschine. Die Laborprüfungen bestätigten, was mit bloßem Auge bereits zu erkennen war: Im Papier waren keine Auffälligkeiten zu erkennen und alle Werte lagen innerhalb der normalen Schwankungsbreite, auch die Färbung. Huber ist nicht überrascht: „Der schwarze Farbstoff folgt dem Wasser.“ Das gilt für alle Prozesse, auch für das Deinking.

„Altpapier in Deutschland enthält maximal 0,7 Prozent Thermopapier.“

Christian Huber, Leiter Technischer Kundenservice
Neuentwicklungen bei Koehler Paper.

So ist Wellpappe aufgebaut

  • Gegründet 1784 in Düren
  • 280 Beschäftigte
  • Produkte: Hammerliner, Hammerflute, Twinhammer, Testliner und Wellenstoff
  • 2 Papiermaschinen, die jeweils 1.500 Kilometer Papier pro Tag produzieren
  • Jahresproduktion > 500.000 Tonnen Wellpappenrohpapier
Die SCHOELLERSHAMMER GmbH
produziert mit modernster Technik.

Waschgang fürs Altpapier

Deinking meint die Entfernung der Druckfarbe vom Papier, abgeleitet aus dem englischen Begriff „ink“ für Druckfarbe oder Tinte. In Europa wird dafür Papier in Wasser aufgelöst und kräftig gerührt, zugesetzte Chemikalien lösen die Farbpartikel von den Fasern ab. Anschließend wird Luft eingeblasen, um die Farbe als Schaum von der Oberfläche abzuschöpfen. Die Fasern dienen als Rohstoff für die Herstellung von Recyclingpapier. Das Pigment aus dem Blue4est®-Papier gelangt beim Deinking nicht in den Schaum, sondern folgt auch hier dem Wasser. Für Hersteller von weißem Recyclingpapier ist es deshalb ratsam, Altpapiersorten auszuwählen, die möglichst kein Blue4est® enthalten.

Blue4est® – perfekt für die Welle

Wellpappenpapiere sind überwiegend grau oder braun. Der Produktionsprozess der SCHOELLERSHAMMER GmbH kommt ohne Deinking aus, die Farbstoffe im Altpapier werden mitverarbeitet. Durch den Blue4est®-Zusatz wurde das Wasser im Kreislauf der Papier­maschine dunkler, kehrte nach dem Versuch aber rasch wieder auf den Ausgangswert zurück, beschreibt Nahrath: „Das Pigment verhielt sich auch in der Abwasser­reinigung­sanlage unauffällig und lagerte sich am Ende an die Klärschlammflocken an.“ Er fasst das Ergebnis zusammen: „Es war kein Unterschied zu unserem herkömmlichen Produkt zu erkennen. Blue4est®-Papier lässt sich problemlos zu Wellenstoff wiederverwerten.“ Die gute Nachricht für Verbraucherinnen und Verbraucher: Sie können Blue4est® ins Altpapier geben, bei der Herstellung von zum Beispiel Wellpappen­rohpapier fügt es sich nahtlos in den Kreislauf ein.

„Blue4est®-Papier lässt sich problemlos zu Wellenstoff wiederverwerten.“

Christoph Nahrath, Betriebsleiter der SCHOELLERSHAMMER GmbH

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