Oberkirch, 30. September 2009 – Seit über 100 Jahren werden Bierdeckel für die ganze Welt im Schwarzwald produziert, und das wird auch so bleiben. Zum 01. Oktober 2009 übernimmt die Oberkircher Papierfabrik August Koehler AG, Weltmarktführer bei Thermopapier, die seit April insolvente Katz Group aus Weisenbach im Murgtal.
Der Bierdeckel- und Pappenproduzent Katz, der bis vor kurzem weltweit Marktanteile von bis zu 65 Prozent verbuchen konnte, wird als eigenständiges Unternehmen in die Koehler-Gruppe integriert. Als neuer Geschäftsführer wird Daniel Bitton die Produktion auf die Standorte Weisenbach und USA konzentrieren. Investitionen in Höhe von sechs bis acht Millionen Euro sollen den Absatz in den kommenden zwei Jahren wieder richtig auf Touren bringen.
Für die rund 160 Arbeitnehmer in Weisenbach bedeutet die Katz-Übernahme durch Koehler den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. „Wir sind froh, den Fortbestand eines so traditionsreichen Unternehmens zu gewährleisten, den Mitarbeitern eine langfristige Perspektive zu bieten und der Region entscheidende Impulse zu geben“, sagt Kai M. Furler (Kaufmännischer Vorstand der Koehler AG).
Trotz der Integration in die Koehler-Familie behält Katz den Status eines eigenständigen Unternehmens. So werden mit Ausnahme von Großschirma in Sachsen alle Standorte der Katz-Gruppe beibehalten. Auch das Produktsortiment, bestehend aus Bierdeckeln, Pizzakartons und Tortenhebern, bleibt unverändert. „Mit Investitionen und Modernisierungen werden wir Produktion und Absatz in den kommenden zwei Jahren wieder auf 3,2 Milliarden Bierdeckel im Jahr steigern“, so Werner A. Ruckenbrod (Technischer Vorstand der Koehler AG). „Das geht nur mit einem starken und verlässlichen Partner wie der Koehler Paper Group.“
Die Katz-Gruppe hat vor allem in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen durchlebt. 1978 wird das 1903 gegründete Familienunternehmen zum ersten Mal aufgekauft – damals von der Unternehmensgruppe Pfleiderer. Katz expandiert im Eiltempo und wird zum Weltmarktführer im Bereich der Bierdeckel. Das ruft Investoren auf den Plan, die Katz 2005 übernehmen. Diese sind jedoch nicht in der Lage, den Folgen der Wirtschaftskrise rechtzeitig vorzubeugen. Der Absatz bei Katz ist rückläufig, am 14. April 2009 beantragt das Unternehmen beim Amtsgericht Baden-Baden die Insolvenz.
Optimismus herrscht nach der Übernahme auch bei Koehler. „Wir waren schon lange auf der Suche nach einem neuen, Erfolg versprechenden Produkt. Mit einem Werkstoff wie Pappe betreten wir bei Koehler neues Terrain. Wir sind sicher, dass dieser Weg uns international noch weiter voranbringen wird“, sagt Bruno O. Schwelling (Vorstand Finanzen und Verwaltung der Koehler AG).
„Koehler und Katz passen gut zusammen“, befindet auch Kai M. Furler, Familienmitglied in der achten Generation im Koehler-Vorstand. „Koehler und Katz weisen zahlreiche Parallelen auf: Beide Unternehmen sind gewachsen, kommen aus dem Mittelstand, sind Weltmarktführer mit Traditionsprodukten und haben den Anspruch, Kostenführer zu sein. Damit entsprach die Katz-Gruppe von Beginn an voll unseren Anforderungen.“
Die Papierfabrik August Koehler AG in Oberkirch wurde 1807 gegründet und hat sich seitdem als Produzent von Spezialpapieren am Markt weltweit etabliert. Das Sortiment umfasst die fünf Produktsparten Fein- und Spezialpapiere, farbige und technische Papiere, Dekorpapiere, Selbstdurchschreibepapiere und Thermopapiere. Bei den Thermopapieren ist Koehler Weltmarktführer – Kassenbons in aller Welt werden auf Koehler-Qualität gedruckt. Die Katz Group mit Hauptsitz in Weisenbach hat sich vornehmlich auf die Produktion und Vermarktung von Bierdeckeln spezialisiert. Zuletzt betrug der Marktanteil in diesem Segment in Europa rund 55 Prozent, in den USA sogar 93 Prozent.
Mehr Informationen zu beiden Unternehmen erhalten Sie unter www.koehlerpaper.com und www.thekatzgroup.com




