Das Geschäftsjahr 2008 ist abgeschlossen und wie erwartet, lagen Absatz und Umsatz der Koehler-Gruppe unter dem Ergebnis des Vorjahres. Anhand unserer Absatzzahlen spüren wir, welches globale Ausmaß die Krise bereits erreicht hat. In den bisher stark wachsenden Märkten, wie Osteuropa und Russland, herrschen Liquiditätsengpässe, die das Wachstum wesentlich nach unten korrigieren. Hinzu kommen Währungsprobleme wie beispielsweise beim russischen Rubel, der 2008 gegen über dem Euro und Dollar deutlich verlor und weiterhin schwach ist. Ähnlich verhält sich das englische Pfund gegenüber dem Euro. In Südeuropa sind es die strukturellen Gegebenheiten, die der Wirtschaft zunehmend Schwierigkeiten bereiten. Eine vergleichbare Situation sehen wir auch in der Türkei, einem wichtigen Absatzmarkt außerhalb der EU. In den USA und Asien ist es zu einem deutlichen Abschwung der Wirtschaft gekommen, und eine Erholung ist nicht in Sicht. Die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der tiefsten Rezession ihrer sechzig jährigen Geschichte. In diesem Umfeld wird sich die deutsche und europäische Papierindustrie weiter konsolidieren müssen. Wir gehen fest davon aus, dass die Papierindustrie nach der Krise eine andere sein wird als die, die wir heute kennen. Durch die schlechte wirtschaftliche Situation in vielen Ländern und bei zahlreichen Kunden steigt das Risiko von Zahlungsausfällen. Gleichzeitig reagieren die Kreditversicherer. Die Deckungen für einige Länder wurden vollständig aufgehoben oder, wie bei vielen unserer Kunden, deutlich nach unten gesetzt. Für uns bleibt der Spagat zwischen Beschäftigung und Absatz auf der einen Seite und dem finanziellen Risiko auf der anderen. In engem Kontakt zu unseren Kunden weltweit bemühen wir uns, individuelle Lösungen zu finden, um die zum Teil jahrzehnte alten Verbindungen positiv weiterführen zu können. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat konnten wir eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung verabschieden. Eine Arbeitszeitverkürzung in Verbindung mit Kurzarbeit ermöglicht eine Anpassung in Produktion und Verwaltung an die geringere Nachfrage. Die zusätzlichen Einsparungen und die neue Flexibilität benötigen wir dringend, denn wir erwarten in diesem Jahr einen Absatzrückgang von über 10 % gegenüber dem Vorjahr.
Der Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Akzeptanz und Unterstützung der schmerzhaften, aber notwendigen Maßnahmen. Das vorläufige Ergebnis 2008 liegt uns und unseren
Wirtschaftsprüfern seit Mitte März vor. Wir wissen, dass sich die Anstrengungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt haben, und wir eines der wenigen Unternehmen der deutschen Papierindustrie sind, welches im vergangenen Jahr noch ein positives und befriedigendes Ergebnis erreichen konnte. Mit der Gehaltsabrechnung Ende März haben wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die vereinbarte Gewinnbeteiligung in Höhe von 700 Euro für das Geschäftsjahr 2008 ausbezahlt. Wir arbeiten an der Anpassung unserer mittel- und langfristigen Strategien an die weltweit dramatisch veränderten Marktbedingungen. Intensiv verfolgen wir aber auch die kurzfristigen Chancen, die sich für uns als finanziell starkes Unternehmen mit einem Eigenkapital-Anteil von nunmehr über 40 % im Koehler-Konzern und über 53 % bei der Koehler AG ergeben. Gemeinsam mit unseren engagierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und als zukunftsfähiger Partner unserer Geschäftsfreunde werden wir gestärkt aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hervorgehen. Davon ist der gesamte Vorstand überzeugt.

